WISPoP 2021

Die Preisträger stehen fest!

 

 

Der WISPoP – Potsdamer Preis für Wissenschaftskommunikation 2021 geht an

 

Dr. Simon Schneider
GeoInformationsSysteme – GIS kennen lernen
Workshops für Schülerinnen und Schüler
Universität Potsdam

 

 

Dr. Simon Schneider bietet mit „GIS für Schulen – GeoInformationsSysteme und ihr Potential für die Entscheidungsfindung“ geleitete Workshops für Schüler*innen der Sekundarstufe 2 im Fach Erdkunde/Geographie an. Ziel ist, das Prinzip von GeoInformationsSystemen (GIS) anhand eines nah an der Lebenswelt der Schüler*innen angesiedelten Themas selbst zu erfahren. Schüler*innen lernen darüber hinaus die praktische Arbeit von Umwelt- und Geowissenschaften in Bezug auf GIS kennen. Sie erhalten einen Einblick in Prozesse der Datenerhebung und werden im Kurs explizit auf den verantwortungsbewussten und transparenten Umgang mit Geodaten hingewiesen.

 

Es werden eigene thematische Karten erstellt und die Schüler*innen lernen, kritisch mit Informationen in der Karte selbst, aber auch mit Zusatzinformationen (Legende, Quellenangaben, etc.) umzugehen. Beispielsweise erfahren sie, wie über die Auswahl von Farben bestimmte Botschaften verstärkt oder Informationen unterdrückt werden. Optional werden Satellitendaten in das GIS eingebunden. Die Schüler*innen lernen, wie Satellitendaten aufgebaut sind und welchen Mehrwert die Beobachtung des Systems Erde aus dem Weltraum hat. Der Kurs spricht darüber hinaus unterschwellig auch die Medienkompetenz der Schüler*innen sowie der Lehrkräfte an. So wird der kritische Umgang mit Informationen und Datenquellen immer wieder thematisiert.

 

 

Jurybegründung

 

Dr. Simon Schneiders Workshop-Projekt „GeoInformationsSysteme – GIS kennen lernen“ hilft jungen Menschen dabei, die Grundlagen geowissenschaftlicher Datenerhebung und -analyse zu verstehen. Dabei werden sie in die Lage versetzt, die Erhebung von Geodaten sowie die Erstellung und Bearbeitung von entsprechenden Karten nachzuvollziehen und auch selbst auszuprobieren. So erhalten sie nicht nur Einblicke in ein wichtiges Wissenschaftsgebiet, sondern bekommen auch dessen Alltagsrelevanz vor Augen geführt. Dass der Workshop sie über all diese Facetten mit einem Wissenschaftler ins Gespräch bringt, bewertet die Jury als außerordentlich gelungene, durchdachte Wissenschaftskommunikation. Die notwendige Verankerung des Gesamtthemas in die Rahmenlehrpläne behält Simon Schneider dabei ebenfalls im Blick.

 

Mit seinem Projekt hat Simon Schneider ein Konzept erarbeitet und umgesetzt, das ein komplexes geowissenschaftliches Thema aus dem fachwissenschaftlichen Kontext in die (Bildungs-) Öffentlichkeit – in diesem Fall in die Schule – transferiert. Das Projekt arbeitet vorbildlich heraus, wie wichtig Geo-Informationen für unseren Alltag sind. Simon Schneider setzt bei der Zielgruppe Lehrerinnen und Lehrer/Schülerinnen und Schüler an. Er knüpft mit seinem Konzept an Alltagserfahrungen der Jugendlichen an, erarbeitet aber bereits im Vorfeld mit den Lehrkräften die zu vermittelnden Fragestellungen. Hervorzuheben ist besonders, dass er dabei proaktiv in seiner Planung an die materiellen Voraussetzungen, also die häufig unzureichende digitale Ausstattung der Schulen denkt. Über die reine Geo-Dateninformation hinaus finden auch Informations- und Datenschutzaspekte Berücksichtigung.

 

Die Jury zeigt sich außerdem von der Nachhaltigkeit des Projekts beeindruckt. Hier geht es nicht um kurzfristige Lernerfolge, sondern um das Wecken der Neugier von Schülerinnen und Schülern und damit um die Anregung zu einer weitergehenden, selbständigen Beschäftigung mit Geo-Informationssystemen. Überzeugend ist dabei die Doppelstrategie: Bearbeitung von Themen des eigenen Umfelds (Badestellen, Umweltschutzaspekte) und Nutzung von Ressourcen, die auch nach dem Projekt jederzeit zugänglich sind (Open-Source-Software, PC-Pool der Schulen).

 

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Der WISPoP – Sonderpreis Corona geht an

 

Dr. Anna Luise Kiss
Das filmische Gesicht der Stadt Potsdam
Bürger*innen-Forschungsprojekt
Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf

 

In ihrem Forschungsprojekt „Das filmische Gesicht der Städte“ untersucht Dr. Anna Luise Kiss das Image von Filmstädten. Im Rahmen dieses Projekts startete Dr. Kiss ein Bürger*innen-Forschungsprojekt mit dem Titel „Das filmische Gesicht der Stadt Potsdam“. Anfang 2020 hat sie Potsdamer Bürger*innen dazu eingeladen, sich als Expert*innen ihrer Stadt mit ihr zusammen auf die Suche nach filmischen Artefakten zu machen. Das Kommunikationsziel bestand darin, in der Stadt Aufmerksamkeit für geisteswissenschaftliche Bürger*innen-Forschung herzustellen, sowie eine kleine, aber engagierte Gruppe an Bürger*innen für das Projekt zu gewinnen, mit denen filmische Artefakte nicht nur ausfindig gemacht, sondern auch ausgewertet werden.

 

Durch die Corona-Pandemie wurde das gesamte Vorhaben zunächst ziemlich durcheinandergebracht. Durch die Kommunikation des Projekts war das Thema filmwissenschaftlicher Bürger*innen-Forschung aber auf
vielfältige Weise in den Medien präsent (u. a. Potsdam TV, PNN). Es konnte so eine Gruppe von Bürger*innen motiviert werden, sich an dem Vorhaben zu beteiligen. Wichtige Artefakte sind durch sie eingereicht worden und es sind Folgeprojekte entstanden. Durch das Prinzip der Bürger*innen-Forschung konnte demnach das Interesse an der lokalen Filmgeschichte in Potsdam geweckt und darüber hinaus auch die intrinsische Forschungsmotivation von Bürger*innen gestärkt werden.

 

 

Jurybegründung

 

Die Corona-Pandemie der Jahre 2020/21 stellt die Wissenschaftskommunikation vor besondere Aufgaben. Dr. Anna Luise Kiss zeigt mit ihrem Projekt „Das filmische Gesicht der Stadt Potsdam“ eindrucksvoll, wie ein ursprünglich direkt-partizipatives Projekt kurzfristig an die Herausforderungen der Pandemie angepasst und dadurch sogar weiterentwickelt werden kann.

 

Bereits der Ansatz des ambitionierten Projekts als erstes filmwissenschaftliches Bürger*innen-Forschungsprojekt in Deutschland enthält viel Potential. Durch Corona wurde ein Teil des Projekts, die direkte Untersuchung vor Ort, unmöglich. Mit dem Aufbau einer digitalen Filmstadt hat Anna Luise Kiss aus dieser Not eine Tugend gemacht. Sie setzte einen neuen, webbasierten Schwerpunkt, der die bereits vorher vorgesehene Einbindung der Beteiligten ergänzte. Diese innovative Lösung erlaubt es, die Projektbeteiligten und -interessierten virtuell an verschiedene filmhistorische Orte der Stadt zu führen und in Videokonferenzen das Entdeckte zu diskutieren. Die Jury zeigt sich beeindruckt, wie Anna Luise Kiss auf ideenreiche Weise Möglichkeiten aufgetan hat, die Partizipation auf pandemiegerechten Wegen fortzusetzen bzw. auszubauen und die Ergebnisse kurz- sowie mittelfristig einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Die Beibehaltung des partizipativen Grundcharakters des Projekts und die Integration digitaler Elemente hat die Jury überzeugt. Mit diesem Ansatz konnte Anna Luise Kiss das Projekt nicht nur durch die Pandemiezeit retten, sondern es ist ihr darüber hinaus auch gelungen, durch ein besonders aktivierendes Angebot zur Milderung der Lockdown-Folgen wie Isolation und Langeweile bei den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern beizutragen.

 

 

Wir gratulieren den diesjährigen Preisträgern herzlich!

 

 

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Die Shortlist für den WISPoP 2021 und den WISPoP Sonderpreis Corona

 

Anika Beer
Experimente zur Astronomie (W+S)
YouTube-Videos
Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)

 

Björn Huwe
Inklusion für eine nachhaltige Transformation zur Bioökonomie (W)
Open Science Plattform inkl. Schülerlabor
Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) und Universität Potsdam

 

Dr. Anna Luise Kiss
Das filmische Gesicht der Stadt Potsdam (W+S)
Bürger*innen-Forschungsprojekt
Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf

 

Dr. Sebastian Möring und Lars Pinkwart
DIGAREC In-Game Photo Gallery (W+S)
Virtual Reality Ausstellung, Social-VR
Universität Potsdam

 

Jakob Saß, Tom Koltermann und Sara Stammnitz
Die Ost-Berliner Hausbesetzerbewegung 1990 bis heute (W+S)
Crossmediales Projekt (Buch, Webseite, Foto-Ausstellung, Social Media und Film)
Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)

 

Dr. Simon Schneider
GeoInformationsSysteme – GIS kennen lernen (W)
Workshops für Schülerinnen und Schüler
Universität Potsdam

 

Luana Schwarz, Tula Böschen und Johannes Schrumpf
Hackathon – AI for Climate
(S)
Hackathon
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)